Die meisten unserer inneren Bilder, Phantasie und Gedankenwelten behalten wir für uns. Wir befürchten – nicht zu Unrecht – unser Umfeld zu belasten oder zu verstören. Besondere Menschen können – vielleicht wie Kinder in frühem, noch „grenzenlosen“ Alter – ihre verschwiegenen, schwer verstehbaren Innenwelten nicht verheimlichen. Sie finden besondere Wege, ihr Erleben für das Umfeld in rätselhaft ver-rückte Worte, Bilder und Verhaltensweisen zu fassen.

Einige Bilder der reichen Kunst von Hans Wühr, die sich heute in der Prinzhorn-Sammlung Heidelberg befinden, dürfen wir mit Erlaubnis der Schwester Barbara von Damnitz in die Webseitentexte einfügen. In kunstvoller „Outsider Art“ kann das schwer zu fassende Innenleben Gestalt und sichtbare Form finden. Nach vielen Katastrophen und eigensinnigen Wegen ist der Künstler wie eine am dunklen Himmel aufleuchtende und verglimmende Sternschnuppe davongeflogen.

Hildegard Wohlgemuth war Kriegskind, sie wurde auf der Flucht von ihrer Familie getrennt. Bei einem Bombenangriff auf das Kinderheim überlebte sie als einzige von allen Kindern, weil sie während eines Angriffs nicht in den Luftschutzkeller gegangen war. Als einzige durch Ungehorsam zu überleben – unfassbar für die kindliche Seele! Seitdem hörte sie Stimmen. Ihr Irrweg führte durch Heime und Kliniken, doch die Stimmen blieben. Sie begann zu malen, wunderschöne farbige Bilder mit vielen Symbolen. Die Stimmen wurden jetzt erkennbar als die Kinder von damals.